Wie Tomaten töten...
– die europäische Importwalze überrollt afrikanische Kleinbauern und –bäuerinnen –
Veranstaltung mit Filmvorführung und Gastvortrag
Zu Gast sind Mohammed Adam Nashiru, Präsident des ghanaischen Kleinbauernverbandes und George Osei-Bimpeh, Handelsexperte der ghanaischen NGO SEND Foundation
Außerdem wird der 52-minütige Film „Sklaverei auf Italienisch“ von Thomas Giefer, Rena Giefer und Karl Hoffmann gezeigt
Schon seit Jahren wird Ghana durch regelrechte Importfluten billiger, vor allem europäischer Tomatenpaste heimgesucht; dabei werden in Ghana selbst genug Tomaten angebaut. Die Folge ist, dass die Kleinbauern und –bäuerinnen zusehends von ihren lokalen Märkten vertrieben werden, ihre Einkommen sinken und ihr Recht auf Nahrung und das ihrer Familien verletzt wird. Schuld daran sind nicht zuletzt die Agrarsubventionen der EU, die einen Export weit unter den Erzeugungskosten ermöglichen. Und nun soll im Rahmen eines neuen Freihandelsabkommen (EPA) zwischen der EU und u.a. Ghana, der dortigen Regierung auch noch verboten werden, Zölle zu erheben um den eigenen Markt vor europäischen Billigimporten angemessen zu schützen. Dabei gibt es bereits jetzt eine jährliche Selbstmordwelle unter den Kleinbauern und –bäuerinnen, die, meist hoch verschuldet, keinen anderen Ausweg aus ihrer Lage mehr sehen. Doch auch in Europa gibt es Verlierer: Denn die Tomaten in Italien werden häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen geernet und die beteiligten ArbeitsmigrantInnen aus Afrika und Osteuropa erhalten meist nur Hungerlöhne, haben keine festen Verträge und sind oft in unwürdigen Wellblechhütten untergebracht.
Von der unter skandalösen Zuständen stattfindenden Tomatenernte in Apulien bis zu den Auswirkungen der dort angebauten, geernteten und verarbeiteten Tomaten für ghanaische Kleinbauern und –bäuerinnen, das ist das Thema dieses Abends mit der Vorführung des Films „Sklaverei auf Italienisch“ und dem Bericht unserer Gäste aus Ghana, Mohammed Adam Nashiru und George Osei-Bimpeh.
ORT: ZHG 004 (Hörsaal 004 am Campus der Universität Göttingen)
DATUM: Montag, den 20. April 2009
BEGINN: 19:00
VERANSTALTER: FIAN Göttingen, BG Ethnologie, STOP EPA (www.stopepa.de)
Kontakt: fiangoettingen@yahoogroups.de
Die Arbeit der Göttinger FIAN Gruppe wird freundlichst unterstützt vom
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB - www.vnb.de)
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