Mittwoch, 25. März 2009

Veranstaltung - Wie Tomaten töten...

Wie Tomaten töten...
– die europäische Importwalze überrollt afrikanische Kleinbauern und –bäuerinnen –

Veranstaltung mit Filmvorführung und Gastvortrag

Zu Gast sind Mohammed Adam Nashiru, Präsident des ghanaischen Kleinbauernverbandes und George Osei-Bimpeh, Handelsexperte der ghanaischen NGO SEND Foundation

Außerdem wird der 52-minütige Film „Sklaverei auf Italienisch“ von Thomas Giefer, Rena Giefer und Karl Hoffmann gezeigt

Schon seit Jahren wird Ghana durch regelrechte Importfluten billiger, vor allem europäischer Tomatenpaste heimgesucht; dabei werden in Ghana selbst genug Tomaten angebaut. Die Folge ist, dass die Kleinbauern und –bäuerinnen zusehends von ihren lokalen Märkten vertrieben werden, ihre Einkommen sinken und ihr Recht auf Nahrung und das ihrer Familien verletzt wird. Schuld daran sind nicht zuletzt die Agrarsubventionen der EU, die einen Export weit unter den Erzeugungskosten ermöglichen. Und nun soll im Rahmen eines neuen Freihandelsabkommen (EPA) zwischen der EU und u.a. Ghana, der dortigen Regierung auch noch verboten werden, Zölle zu erheben um den eigenen Markt vor europäischen Billigimporten angemessen zu schützen. Dabei gibt es bereits jetzt eine jährliche Selbstmordwelle unter den Kleinbauern und –bäuerinnen, die, meist hoch verschuldet, keinen anderen Ausweg aus ihrer Lage mehr sehen. Doch auch in Europa gibt es Verlierer: Denn die Tomaten in Italien werden häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen geernet und die beteiligten ArbeitsmigrantInnen aus Afrika und Osteuropa erhalten meist nur Hungerlöhne, haben keine festen Verträge und sind oft in unwürdigen Wellblechhütten untergebracht.

Von der unter skandalösen Zuständen stattfindenden Tomatenernte in Apulien bis zu den Auswirkungen der dort angebauten, geernteten und verarbeiteten Tomaten für ghanaische Kleinbauern und –bäuerinnen, das ist das Thema dieses Abends mit der Vorführung des Films „Sklaverei auf Italienisch“ und dem Bericht unserer Gäste aus Ghana, Mohammed Adam Nashiru und George Osei-Bimpeh.

ORT: ZHG 004 (Hörsaal 004 am Campus der Universität Göttingen)
DATUM: Montag, den 20. April 2009
BEGINN: 19:00
VERANSTALTER: FIAN Göttingen, BG Ethnologie, STOP EPA (www.stopepa.de)
Kontakt: fiangoettingen@yahoogroups.de

Die Arbeit der Göttinger FIAN Gruppe wird freundlichst unterstützt vom
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB - www.vnb.de)

Veranstaltung - Das Recht auf Wasser in Brasilien

Das Recht auf Wasser in Brasilien:
Wasser für alle oder Wasser für die Reichen?
Brasilien ist ein wasserreiches Land. Es besitzt 12,7 Prozent der weltweiten
Wasserressourcen. Trotzdem hat die Hälfte aller Haushalte keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Anhand von Fallbeispielen aus der Amazonas- Region und aus dem Nordosten Brasiliens werden in der Veranstaltung verschiedene Verletzungen des Rechts auf Wasser angesprochen.
Dabei wird besonders auf die Umleitung des Flusses Sao Francisco eingegangen. Der knapp 3.000 km lange Fluss durchquert als einziger ganzjährig Wasser führender Fluss die sogenannte Dürreregion des Landes. Die brasilianische Regierung plant, dem Fluss große Wassermengen zu entziehen. Offiziell heißt es, das Wasser sei für die Durst leidenden Menschen im Nordosten bestimmt. Doch in Wahrheit soll es für die Bewässerung der Exportlandwirtschaft benutzt werden.

Referentinnen: Kirsten Bredenbeck (KoBra - Kooperation Brasilien) Kim Weidenberg (FIAN)
Filmvorführung: „Nur noch Wasser für die Reichen. Brasiliens Bauern kämpfen um einen Fluss“ (2008, ARD, 30 min.)

Freitag, 3. April 2009, 19:30 Uhr
Holbornsches Haus, Rote Straße 34, 37073 Göttingen

FIAN-Seminar vom 3.- 5. April in Göttingen

Es sind noch Plätze frei!

FIAN lädt ein:

Wochenendseminar

Frauen tragen das Wasser - Männer die Entscheidungen

3. - 5. April 2009, Göttingen

Über 1,2 Milliarden Menschen haben weltweit keinen angemessenen Zugang zu sauberem und ausreichendem Trinkwasser. Weiteren 2,6 Milliarden mangelt es zudem an sanitären Einrichtungen. Jedes Jahr sterben weltweit unzählige Menschen an Krankheiten, die auf verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Die von Wassermangel und schlechter Wasserqualität am stärksten betroffenen Gruppen sind Frauen und Kinder - ihr Menschenrecht auf Wasser wird tagtäglich verletzt.

Frauen und Mädchen spielen bei der Wasserbeschaffung und der Versorgung des Haushalts mit Wasser eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus sind Frauen in Entwicklungsländern für bis zu 80 Prozent der Nahrungsmittelproduktion verantwortlich. Ein mangelnder Zugang zu Wasser sowie steigende Wasserkosten haben weit reichende Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit der gesamten Familie. Kinder sind besonders anfällig für Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene, unzureichende sanitäre Grundversorgung und verschmutztes Wasser verursacht werden.

Ziel des Seminars ist es, Verletzungen des Rechts auf Wasser anhand von Fallbeispielen aufzuzeigen und die Rechte von Frauen und Kindern in diesem Kontext gezielt herauszuarbeiten und zu benennen. In Form von Vorträgen wird die besondere Bedeutung, die Frauen und Kindern bei der Wasserbeschaffung zukommt, intensiv thematisiert. Weiter wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung das Recht auf Wasser im internationalen Menschenrechtssystem heute einnimmt und welche Konflikte dort ausgetragen werden. Anschließend soll innerhalb der Gruppe diskutiert werden, wie das Menschenrecht auf Wasser in andere Arbeitsbereiche von FIAN stärker integriert werden kann.

Weitere Informationen und Anmeldung: Ute Hausmann, u.hausmann@fian.de

Sonntag, 15. März 2009

Artikel zu Selbstmorden ghanaischer Tomatenbauern...

Vor einigen Tagen ist in Ghana ein Zeitungsartikel von Samuel Adadi Akapule erschienen, der auf die dramatische Situation vieler Tomatenbauern und -bäuerinnen aufmerksam macht. Diese Selbstmorde sind eine direkte Folge der Billigimporte, vor allem aus der EU, die die ghanaischen Bauern und Bäuerinnen vom Markt verdrängen. Hier gehen Handelsrechte vor Menschenrechten, wie dem Menschenrecht auf Nahrung; eine unhaltbare Situation.
Link zum Artikel: http://www.modernghana.com/news2/205846/1/lets-stop-this-annual-tomato-farmers-suicides.html

Mehr zu dem Fall gibt es bald...

Aktiviert,
die Göttinger FIANistas